14.1.07

-chen und -lein macht alles zum Homonym

Das Suffix "-chen" bewirkt nicht nur, dass viele Nicht-Muttersprachler ihre liebe Not mit der deutschen Sprache haben (angeblich ist "Streichholzschächtelchen" für große Teile der Weltbevölkerung schlichtweg unaussprechbar), sondern es beschert uns auch einige besonders schöne Homonyme: Aus dem Bus wird schnell das kleine BÜSCHEN, und das liegt nach einem Unfall in den BÜSCHEN. Wer TAUCHEN will, sollte lieber ein ordentliches Seil mitnehmen und sich nicht auf ein dünnes TAUCHEN verlassen. Und was gibt es Schöneres, als sich gegenseitig Witze zu erzählen und sich dann gemeinsam zu beömmeln, was man dann wohl COLACHEN nennt (geht am Besten mit einem COLACHEN in der Hand, aber nichts verschütten, sonst entstehen COLACHEN).




Nicht ganz so alltaglich (aber trotzdem schön) sind hingegen die Homonyme, die durch "-lein", das zweite produktive Deminitivsuffix des Deutschen, entstehen: Wenn jemandem nur ab und zu der Schalk im Nacken sitzt, dann spricht man wohl von einem SCHALKLEIN, der oft nicht größer als ein Schal ist (also SCHALKLEIN). Und wer eine dieser modischen Minibrillen besitzt, dem reicht zur Aufbewahrung allemal ein FUTTERALLEIN, was gleichzeitig die Aufforderung darstellt, schon mal mit dem Essen zu beginnen.

Vielen Dank, Tanja, für die tollen Zeichnungen!

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